Swinging London, 1964: Der junge George Dyer (Daniel Craig), ein kleiner Ganove aus dem Londoner East End, bricht ins Haus des Kuenstlers Francis Bacon (Derek Jacobi) ein, stuerzt dabei durchs Oberlicht in dessen Atelier und wird von Bacon ueberrascht. Statt den Eindringling jedoch der Polizei auszuliefern, macht der Kuenstler ihn zu seinem Liebhaber. Bacon, erfolgreich und umstritten, ist Zentrum einer Boh�me von Kuenstlern, Fotografen, Literaten, Modellen und Lustknaben, die ihn hofieren und um seine Aufmerksamkeit buhlen. Dyer, der Kleinkriminelle aus dem Arbeiterviertel, entdeckt eine neue Welt: Eine Welt, in der er sich unwohl fuehlt, die ihn jedoch magisch anzieht. Beim Sex mit dem Masochisten Bacon uebernimmt der junge Proletarier die dominante Rolle, und so glaubt er, auch den Rest unter Kontrolle zu haben: �Ich hab das Sagen�, behauptet er gegenueber seinen alten Freunden, die ihn, verstaendnislos und angewidert, vor seinem neuen Umgang warnen. Bacon hingegen pariert die hoehnischen Kommentare seiner Clique ueber den Mangel an intellektueller Brillanz seines Lovers: �George hat Qualitaeten - eine Mischung aus Amoral und Unschuld.� Dyer wird zur Muse des Malers, �ein gewoehnlicher Raufbold, transformiert zum Erzengel�. Er inspiriert den Kuenstler zu einigen seiner besten und erfolgreichsten Portraits und geniesst die Aufmerksamkeit, die Bacon ihm als Modell schenkt. Doch im �Colony Room�, Bacons Lieblingsbar, die das Paar haeufig besucht, bleibt er eine Randfigur im Schatten des Meisters und seiner intellektuellen Freunde. Bacon wird als �groesster Maler der Welt� im britischen Fernsehen gefeiert - Dyer, Inhalt seiner Bilder, spuelt das Geschirr und befriedigt den sexuellen Appetit des Kuenstlers. Als Bacon gefragt wird, ob er in seinen Bildern seine Gefuehle zeige, ist die ruede Antwort: �Ich zeige lieber zwei fickende Maenner.� Das Wechselbad aus Zaertlichkeit und Kaltherzigkeit zehrt an Dyer, der seine alten Freunde aufgab, ohne neue zu finden. Langsam verliert er jeden Halt. Er leidet unter Alptraeumen und betaeubt sich durch immer exzessiveren Konsum von Alkohol und Drogen. Bacons Affaeren mit anderen Maennern steht er in hilfloser Eifersucht gegenueber, verzweifelt wehrt er sich gegen die Sticheleien aus Bacons Freundeskreis: �Ihr habt keine Ahnung, was zwischen Francis und mir vorgeht.� �Ich werde bald sterben�, behauptet Dyer gegenueber Bacon, und der erwidert: �Ich werd Dir einen Leichenwagen schicken.� Der Maler zeigt sich zunehmend angeoedet von seinem Lebensgefaehrten, gleichzeitig jedoch nutzt er Dyer weiter fuer seine Kunst, indem er seine Qual und Zerrissenheit in seinen Bildern zum Ausdruck bringt: �Es gibt keine Schoenheit ohne Wunde.� Um endlich Aufmerksamkeit zu erregen, erstattet Dyer Anzeige wegen Drogenbesitzes gegen Bacon. Bei der Durchsuchung von dessen Haus findet die Polizei tatsaechlich Drogen - sie gehoeren Dyer. Bacon reagiert auf solche Eskapaden mit Nonchalance und ueppigen Geldgeschenken, aber nicht, wie Dyer stets erhofft, mit verstaerkter Zuneigung. Bacon ist sich des Dilemmas durchaus bewusst, doch er weiss sich und seinem Geliebten nicht zu helfen: �Trage ich einen zerstoererischen Daemon in mir, oder ist einfach die Liebe der Teufel?� Bei einem Aufenthalt in New York wird Bacon von der Meldung ueberrascht, dass Dyer sich gerade vom �Seagram�-Hochhaus stuerzen will. Dyer, voellig berauscht, laesst sich schliesslich retten. Der Kuenstler glaubt, dass sein Freund sich nicht wirklich umbringen wollte, sondern nur den dramatischen Effekt suchte. Der Lebemann Bacon will seinen Lover nun endgueltig loswerden - doch der Maler Bacon will sein Modell behalten. In Paris wird eine grosse Retrospektive seines Werkes vorbereitet. �Du wirst im Grand Palais haengen, George - das ist viel schicker, als aus einem Hotel auf der falschen Seite Manhattans zu haengen!� Dyer will trotzdem nicht mitkommen, aber Bacon insistiert: �Natuerlich kommst Du mit - Du bist die Ausstellung!� 1971, im Grand Palais in Paris: Die Vernissage der Retrospektive geraet zum grandiosen Triumph fuer Bacon, endgueltig und weltweit ist er nun als �der groesste unter den lebenden Malern� anerkannt. Dyer ist nicht erschienen, im Hotelzimmer wuergt er zur selben Zeit einen todbringenden Cocktail aus Alkohol und Tabletten hinunter. Nur so gelingt es ihm, die Verbindung zu loesen. Bacon trauert, auf seine eigene Art: �Die Sonne verzehrt sich... Es ist
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